Arizona Trail Projekt – 999 offene Fragen für eine Fernwanderung

Juli 25, 2016

Arizona Utah State Line

Der Entschluss ist gefasst, es geht auf die 1.300 km des Arizona Trail. Zu Fuß. Mein Projekt und großen Lebenstraum hatte ich euch schon einmal kurz vorgestellt. Seit dieser Zeit ist der reine Wunsch gereift zu: ich mache das jetzt. Jetzt ist dabei aber durchaus relativ zu sehen, denn wie jedes Projekt bedarf auch dieses einer gewissen Vorbereitung. Und so habe ich mir das Frühjahr 2019 als den Zeitraum für die Umsetzung meines Vorhabens ausgesucht.

Wieviel Vorbereitung dahinter steckt wird mir immer mehr bewusst, je länger ist darüber nachdenke. Auf einmal scheinen die zweieinhalb Jahre, die bis zum Ernstfall verbleiben gar nicht mehr so lang. 1.000 Fragen fallen mir ein, auf die ich noch keine Antwort weiß und die mir Kopfzerbrechen bereiten. Heute verrate ich euch, welche das sind. In den nächsten Monaten werde ich mich daran entlang hangeln und hoffentlich auf jede Frage eine Antwort finden.

Ich nehme euch hier und heute mit auf meine Vorbereitungs-Abenteuer für das bis dato größte Abenteuer meines Lebens. Schaut, was in meinem Kopf so vor sich geht. Vielleicht plant ihr selbst etwas ähnliches und könnt Nutznießer meiner Recherchen sein. Vielleicht kommt ihr dadurch auch auf den Geschmack und habt Lust, auch genau so etwas zu tun. Vielleicht wolltet ihr das auch schon immer, aber wusstet nicht, wie ihr das anstellen solltet. Oder vielleicht stellt ihr fest, dass ich mich total verzettele. Egal.

Hier sind sie, die Fragen, die mir im Kopf herumschwirren (auf fett hinterlegte Fragen habe ich bereits Antworten gefunden und verlinkt):

  1. Wann genau soll es denn losgehen?
  2. Wann ist die beste Jahreszeit?
  3. Ist es im April in der Nähe von Mexiko schon zu warm?
  4. Ist es im Mai im Norden noch zu kalt?
  5. Muss ich mit Schnee rechnen?
  6. Wann fange ich mein Zeitsparen fürs Sabbatical an?
  7. Welches Sabbatical-Modell nehme ich denn?
  8. Was wird mein Chef dazu sagen?
  9. Was mache ich, wenn das Sabbatical nicht genehmigt wird?
  10. Muss meine Auszeit direkt an die Ansparzeit anschließen?
  11. Was brauche ich noch an Equipment (Stichwort: Ultraleicht)?
  12. Wie groß muss mein Rucksack für eine dreimonatige Wanderung sein?
  13. Welches Modell nehme ich denn?
  14. Was für ein Zelt brauche ich?
  15. Reicht ein 1-Mann-Zelt für das ganze Gepäck?
  16. Wieviel Geld bin ich bereit, für ein Ultraleicht-Zelt auszugeben?
  17. Was für einen Kocher nehme ich?
  18. Gas? Benzin? SoloStove?
  19. Gibt es in Arizona überhaupt genug Holz für meinen Holzkocher?
  20. Ist ein Holzkocher denn auf dem Trail erlaubt?
  21. Wieviele Shirts, Hosen, Socken und Unterwäsche nehme ich mit?
  22. Welche Schuhe ziehe ich an?
  23. Reicht ein Paar für 1.300 km?
  24. Kaufe ich unterwegs neue?
  25. Welches Kartenmaterial brauche?
  26. Schleppe ich den schweren Arizona Trail Guide mit allen Karten mit?
  27. Reicht die App in Kombination mit Beschilderung?
  28. Wie lange darf ich denn in den USA bleiben?
  29. Welche Ausnahmegenehmigungen brauche ich für 4 Monate?
  30. Wie komme ich überhaupt zum Arizona Trailhead im Süden?
  31. Fliege ich direkt nach Tucson oder nach Phoenix und nehme den Bus nach Tucson?
  32. Wann buche ich den Flug?
  33. Welches Shuttle nehme ich zum Startpunkt?
  34. Laufe ich einfach los oder muss ich jemandem Bescheid sagen?
  35. Wieviele Kilometer wandere ich am ersten Tag?
  36. Auf wieviele Etappen teile ich mir persönlich den Trail ein?
  37. Wieviel Essen und Wasser brauche ich für die erste(n) Etappe(n)?
  38. Was ist, wenn ich kein Wasser finde?
  39. Wo finde ich die nächste Möglichkeit, Essen nachzukaufen?
  40. Darf ich eigentlich überall entlang des Trails zelten?
  41. Was mache ich, wenn mich unterwegs jemand anquatscht?
  42. Will ich die ganze Zeit allein wandern oder freue ich mich über Gesellschaft?
  43. Muss ich mir als allein wandernde Frau wirklich mehr Gedanken machen als ein Mann?
  44. Habe ich unterwegs Handyempfang für Notfälle oder Nachrichten nach Hause?
  45. Was für eine Karte brauche ich für mein Handy?
  46. Wieviele Tage Pause möchte ich mir gönnen?
  47. Nach wievielen Tagen sollte ich den Aufenthalt im Grand Canyon planen?
  48. Sollte ich Puffer-Tage bei der Beantragung der Permits eintragen und wenn ja, wieviele?
  49. Was, wenn ich für meinen geplanten Zeitraum kein Permit bekomme?
  50. Werden Thru-Hiker vor Ort bevorzugt?
  51. Was, wenn ich vor Ort kein Permit bekomme?
  52. Wieviele Tage möchte ich mir im Grand Canyon gönnen?
  53. Will ich mich strikt an den Trail halten oder auch mal alternativ wandern?
  54. Was, wenn ich mich verletze?
  55. Was passiert, wenn mich eine Klapperschlange oder sonstiges giftiges Getier beißt?
  56. Werde ich mich unterwegs einsam fühlen?
  57. Nehme ich Elektronik zum Schreiben oder nur Papier und Feder?
  58. Wo kriege ich eigentlich Strom her?
  59. Nehme ich ein Solarladegerät, eine Powerbank, beides oder eine Kombi?
  60. Übernachte ich ab und an auch mal in der Zivilisation?
  61. Was ist, wenn die 1.300 Kilometer vorbei sind?
  62. Wie werde ich mich fühlen?
  63. Wie komme ich vom nördlichen Ende wieder weg?
  64. Was mache ich danach?
  65. Wie schwer wird der Wiedereinstieg in den (Arbeits-)Alltag?
  66. Wann starte ich den nächsten Fernwanderweg?

Viele, viele Fragen für deren Beantwortung mir mal mehr und mal weniger Zeit bleibt. Antworten muss und will ich finden. Am Ende derer steht dann nicht nur eine grandiose einzigartige Reise, sondern auch ein riesiges FAQ für Fernwanderungen.

Fallen Euch weitere Fragen ein? Könnt ihr mir einige meiner Fragen vielleicht sogar beantworten? Schreibt mir! Ich kann jeden Gedanken gebrauchen.

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13 Comments

  • Reply Lynthra Pompadour Montag, der 25. Juli 2016 at 11:15

    Gibt es gefährliche Gebiete in den Abschnitten? Gangs etc. 😉

    Tolles Projekt. Zieh es durch. Hut ab für so ein Vorhaben.

    • Carola
      Reply Carola Freitag, der 12. August 2016 at 09:18

      Gefährliche Gebiete gibt es sicherlich. Aber ob Gangs unbedingt die Gefahr sind, wage ich zu bezweifeln. Die müssten schon lange warten, bis da mal jemand in der Malachai vorbeikommt. Eher sind die natürlichen Bewohner, die mir Respekt einflösen (Schlangen und Co)

  • Reply Simone Montag, der 25. Juli 2016 at 14:46

    Also, du kannst dir bestimmt auch Versorgungspakete an bestimmte Abschnitte schicken, damit du unterwegs Nachschub hast und nicht alles auf einmal mitschleppen, bzw. neu kaufen zu müssen.

    • Carola
      Reply Carola Mittwoch, der 3. August 2016 at 11:55

      Ja, das stimmt, Simone, hab ich auch schon gesehen und überlegt. Ab und an kommt ich ja mal in Städtchen und Orten vorbei. Und man kann ja auch von Ort zu Ort verschicken, wenn man nicht alles braucht.

  • Reply Charlotte Montag, der 25. Juli 2016 at 16:38

    Wie, nur 63 Fragen? Na die kriegst du mit Sicherheit bis 2019 geklärt! Wobei da wahrscheinlich die eine oder andere Frage noch hinzukommen wird 😉
    Aber mal Spaß beiseite: Das ist ein richtig tolles und auch ehrgeiziges Projekt. Ich drücke dir die Daumen, dass alles so läuft, wie du dir es vorstellst und werde mit Spannung deine weiteren Planungen und Berichte von 1300 km Hitze, Schnee, Staub und Klapperschlangen verfolgen.

    • Carola
      Reply Carola Mittwoch, der 3. August 2016 at 11:54

      Danke, liebe Charlotte. Ich freue mich schon jetzt total drauf. Und klar, da kommen Fragen dazu, sind sogar schon. Einige Fragen werde ich auch unterwegs erst beantworten können. Aber dafür ist es ja auch ein Abenteuer!

  • Reply Dirk Montag, der 25. Juli 2016 at 20:35

    Ich kann nur ein paar Fragen versuchen zu beantworten:

    6-10: Einfach mit dem Chef reden, sollte im öffentlichen Dienst bei genügend Vorlauf klappen. Ich habe mal drei Monate durch Urlaub von zwei Jahren zusammen genommen ohne Sabbatical (Privatwirtschaft).
    11: Ich würde ca. 65 Liter nehmen.
    12: Der, welcher perfekt auf deinen Rücken passt. Einfach im Outdoorladen 1-2 Stunden die Modelle ausprobieren, welche du in der Auswahl hast.
    13/14: Mir würde ein 1-Mann-Zelt mit einer etwas größeren Apside reichen. Ich habe das Hilleberg Akto. Ist ein Leichtgewichtszelt, aber kein Ultraleichtgewichtszelt.
    15: Das was es kostet. Das ist im Zweifelsfall deine Lebensversicherung unterwegs. Ich habe da früher auch dran gespart. Mache ich nicht mehr.
    19: Zwei Hosen und der Rest 3-4 mal. Wirst eh oft waschen müssen.
    20: Ich kenne den Trail nicht, aber schon wegen des Gewichts würde ich leichte Wanderschuhe Trailrunnern gegenüber bevorzugen.
    21: Kommt drauf an, könnte klappen, wenn du gute hast
    22: Würde ich nur zur Not machen, würde mir lieber eins irgendwo hinterlegen, was ggf. per Express zu dir geschickt werden kann, wenn das realistisch ist. Die würde ich vorher ein wenig einlaufen. Aber sicherlich bekommst du auch vor Ort neue Schuhe.
    24: Würde ich versuchen zu vermeiden 🙂
    25: 90 Tage. Am einfachsten dürfte sein, dann kurz aus- und danach wieder einzureisen. Sonst vorher Visum beantragen.
    32: Ich würde Bescheid geben. Just in case.
    62: Kommt drauf an, wie dir dein Job gefällt. Bei mir funktionierte es recht gut.
    63: Schneller als du denkst?

    Viel Spaß und Erfolg bei deinem Vorhaben!

    • Carola
      Reply Carola Freitag, der 12. August 2016 at 09:22

      Lieber Dirk, vielen lieben Dank für deine vielen Antworten. Die Fragen mit dem Sabbatical konnte ich ja zum Glück inzwischen schon beantworten. Dafür sind natürlich wieder neue Fragen aufgekommen 🙂 Ich werde vss. versuchen, mit einem 60 L -Rucksack auszukommen. Frauensachen sind ja immer noch mal ein wenig kleiner als Männerklamotten. Dazu werde ich mal ein paar Stunden bei Globetrotter spazieren gehen.
      Bei den Schuhen bin ich mir echt unsicher. Ggf tut es da auch nochmal eine Beratung.

      Ich schätze, 90 Tage werden für diesen Trail reichen. Natürlich hänge ich dann noch ein paar Tage Entspannung ran, aber das sollte trotzdem langen.

      Und ja, ich fürchte, der nächste Trail wird gleich danach winken. Nach Hause kommen, nächstes Sabbatical vereinbaren. 🙂

  • Reply Martin Dienstag, der 26. Juli 2016 at 05:23

    Zumindest bei mir im öffentlichen Dienst in HH muß die freie Zeit direkt an die Ansparphase grenzen.
    Ansoarzeit ist frei wöhlbar bis zu 7Jahren Sabattical ebenfalls bis zu 1 Jahr.
    Ich hab von Okt bis Mai angespart 2O% Brutto weniger gehabt und dann 2Monate frei gehabt. Netto sind die Abzüge geringer.

    • Carola
      Reply Carola Mittwoch, der 3. August 2016 at 11:52

      Ich hab ein schönes Modell für mich gefunden: 2 Jahre ansparen und dann 3 Monate frei + Jahresurlaub. Dann bin ich nicht sooo lange raus und der Kulturschock hinterher nicht so groß. Dank an den TV-L.

  • Reply Petra Sonntag, der 21. August 2016 at 08:40

    Hallo Carola,
    genialer Plan! Vielleicht hilft dieser Bericht: https://jasonthemove.wordpress.com/? Jason ist sehr erfahrener Fernwanderer, der den Trail gemacht hat. Und generell findest Du viele Infos zum Thema Fernwandern – auch und besonders als Frau, Ausrüstung, Planung etc. in den USA auf diesen Seiten: http://walkingwithwired.com/ und https://carrotquinn.com/. Alle drei erwähnten Blogschreiber sind sehr großzügig in Sachen Erfahrungsweitergabe und Info.
    Viel Erfolg und eine tolle Zeit wünscht
    Petra

    • Carola
      Reply Carola Mittwoch, der 24. August 2016 at 08:45

      Danke liebe Petra, auf den empfohlenen Links werde ich gleich mal stöbern. Und sicherlich den einen oder anderen mal anschreiben. Im Moment versuche ich mir Infos viel aus Büchern und Blogs zusammen zu klauben, daher freue ich mich über deinen Input sehr.
      LG
      Caro

  • Reply David Wrench Mittwoch, der 18. Januar 2017 at 17:11

    For on the location AZT questions and maybe support contact me

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