Paris Marathon: „Ich höre jetzt einfach auf!“

April 13, 2016

Paris Marathon 2016 Medal

Den ganzen Winter über bei Eis und Schnee trainiert. Und dann so eine Pleite. Das Wetter ist nicht, wie es sein soll, der Körper will nicht, wie der Kopf es gern hätte. Manchmal kommen die Dinge einfach anders als man sie plant. Dann ist es nur wichtig, zum richtigen Zeitpunkt Konsequenzen zu ziehen. Aber von Anfang an.

Paris. Die schönste Stadt der Welt. Seit drei Tagen bin ich hier und kann meinen ersten Marathon kaum erwarten. Am gestrigen Abend gab es selbstgekochte Pasta mit Gemüse. Den Wecker habe ich mir auf 7:45 Uhr gestellt. Dass ich ihn nicht brauchen werde, ist mir schon klar, als ich die Uhrzeit auswähle. Hoffentlich kann ich überhaupt ein Auge zu machen.

Schlafen klappt die Nacht überraschend gut! Trotzdem bin ich schon ab 7 Uhr wach und werde noch nervöser als die Tage davor schon. Hätte nicht gedacht, dass das noch zu toppen geht. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt die Vorhersage der Wetterfrösche: die Sonne brettert vom Himmel. 21 Grad sollen heute werden. Mein persönlicher Supergau. Ich habe mir doch extra einen Frühjahrsmarathon ausgesucht, damit es noch schön kalt und oll ist. Und nun das.

Kaffee gemacht. Toilette aufgesucht und Race-Frisur geflochten. Zum Frühstück gibt es Porridge. Nach eingehender Recherche habe ich mich dafür entschieden, weil alles andere wohl schlecht sein soll. Macht nichts, ich mag Porridge ohnehin. Dazu gibt es noch ein ClifBar. Hunger habe ich gar keinen, aber es hilft ja nichts. Die Energie muss rein.

Um 9:30 Uhr stehe ich fertig angezogen am Lift zur Straße. Mein leichtestes Laufshirt habe ich ausgewählt, dazu 3/4 Kompressions-Tights und CEP-Socken. Da mich meine Kayanos der 21er Serie beim letzten Lauf geärgert haben, mussten sie zu Hause bleiben und die gut eingelatschten der 20er Serie sitzen nun an meinen Füßen und sollen mich 42 km durch die französische Hauptstadt tragen. Meinen Laufrucksack habe ich mit Gels und Waffeln gespickt wie einen Granatengürtel. Hinten guckt lustig meine Kniebandage raus. Die habe ich für Notfälle lieber dabei.

Paris Marathon 2016 Startbereich

 Auf der Straße steppt der Bär. Die ersten Elite-Läufer sind schon um 8:30 Uhr gestartet. Netterweise gibt es für jeden nachfolgenden Startblock einen präzises Zeitfenster, zu dem man sich an den Start am Arc de Triomph begeben kann und muss nicht anderthalb Stunden dort mühselig vorrücken. Ich darf/muss zwischen 9:45 und 10:00 Uhr hinein.

Paris Marathon 2016 Carola Keßler Start

Kaum im Startblock angekommen, muss ich auf Toilette. Nicht, dass ich nicht vor 10 Minuten schon gewesen wäre. Also stelle ich mich in die Schlange, die sich einmal im Kreis ums Dixie-Klo schlängelt. Um 9:45 Uhr. Und ich stehe. Und stehe. Es geht gar nicht voran. Vor mir sind sicher noch 30 Mädels und Jungs. Inzwischen sind es nur noch 10 Minuten bis zum Start. Das wird wohl nix. Ich verlasse die Schlange und stürze mich ins Getümmel.

Ein wenig später setzt sich die Masse in Bewegung. Das kann ja was werden. Starten und schon auf Toilette müssen. Ich richte mich bereits darauf ein, unterwegs einen Stopp dafür einzulegen. Es geht langsam zur Startlinie vor. Mein Blick lässt eher vermuten, dass ich zur Schlachtbank geführt werde.

Paris Marathon 2016 Carola Keßler Start 2

Alle Toiletten, die sich noch vor der Startlinie befinden, sind immer noch mit mindestens drei Personen in Wartestellung bevölkert. Damit löst sich auch meine letzte Hoffnung in Luft auf, noch vor Beginn der Zeitmessung (also meiner) Erleichterung zu erfahren. Es geht los!

Von weitem sehe ich schon das Riesenrad am Place de la Concorde. Ich frage mich, ob das jetzt immer hier stehen soll. Die Sonne haut mir mit voller Kraft entgegen, also verlasse ich diesen Gedanken wieder und konzentriere mich darauf, nicht so viel zu schwitzen. Leichter gesagt als getan. Es geht vorbei am Louvre und am Hotel de Ville, dem Rathaus.

 

Himmel, ist mir jetzt schon heiß. Noch keine 5 km gelaufen und der Schweiß rennt mir nur so übers Gesicht. Ein Blick auf meine Uhr sagt: ich bin voll im Ziel-Pace für eine Zielzeit von 4:30 h. Aber ich ersehne schon den ersten Verpflegungspunkt am Place de la Bastille her. Und da ist er.

Trotz Hitze und Anstrengung kann ich noch lachen. Worüber ich mich sehr freue, ist die sinnvolle Überreichung von Wasser. Bislang kenne ich nur die Becherschlachten aus Deutschland, bei denen man mehr Wasser verschüttet als tatsächlich im Mund landen. Selbst, wenn man nur geht. Hier gibt es stattdessen 0,33 l Wasserflaschen. Und zwar für jeden Läufer. Superklasse! Die kann ich wenigstens mitnehmen und einteilen. Dazu gibt es frisches Obst (Orangen und Bananen).

Weiter geht es. Nach 7,5 km komme ich auf den Place Félix-Eboué mit einem Brunnen, der mit vielen, vielen Löwen dekoriert ist. Wer immer auch dieser Felix war. Er stand anscheinend auf Löwen. Eine Samba-Band treibt die muntere Läufermenge rhytmisch an.

Leider habe ich auf diesem Abschnitt kein Dixie-Klo erspähen können. Nur Cafés und Restaurants, aus denen es schon erstaunlich gut duftet. Nach knapp 10 km komme ich am Zoo vorbei. Das einzige, was ich davon sehe, ist nur das Eingangsschild und ein riesiger Fels, der in der Mitte steht. Ich bin noch immer gut in der Zeit, aber in mir steigt ein unwohles Gefühl auf. Eine Toilette wäre jetzt wirklich hilfreich.  Es steigt zudem nicht nur das Gefühl, sondern auch die Strecke. Es geht stetig bergauf.

Am Château de Vincennes angekommen sehe ich aus dem Blickwinkel am Straßenrand hübsche Oldtimer stehen. Das Schloss selbst ist leider ein wenig als Baustelle verkleidet. Wonder Woman läuft an mir vorbei. Und ich sehe ein Klo. Geht noch. Du hältst das noch aus, denke ich mir. Beim nächsten Verpflegungspunkt gibt es wieder eine Wasserflasche. Gut. Die erste ist schon leer.

Paris Marathon 2016 Carola Keßler Chateau Vincennces

Irgendwas setzt mir inzwischen mächtig zu. Gerade mal 12 Kilometer gelaufen. Aber es geht mir nicht wirklich gut. Keine Spur der Leichtigkeit aus den Trainings oder der Generalprobe beim Schneeglöckchenlauf. Es ist alles furchtbar anstrengend. Ich lasse noch eine Horde Dixie-Klos an mir vorbei ziehen, aber nach 16 km gebe ich klein bei. Fünf Stück stehen dort. Alle besetzt. Das kann doch nicht sein. Ich suche alle Türen ab, rüttle. Nichts. Während des laufenden Marathons am Klo warten? Was soll ich machen? Also warte ich. Nach 30 Sekunden öffnet sich die Tür und ich husche hinein. Wie es innen aussieht, ist mir in dem Moment ziemlich egal. Keine Zeit, wählerisch oder anspruchsvoll zu sein. Das Toilettenpapier ist natürlich alle. Zum Glück habe ich IMMER feuchtes Toilettenpapier im Einerpack dabei. Und wusste, ich würde es irgendwann brauchen. Hätte nur nicht gedacht, dass es hier und heute sein würde.

Die Luft in der kleinen Büchse ist unglaublich stickig. Auf das dunkelgrüne Plastikhäuschen brät ja schließlich auch schon die ganze Zeit die Sonne. Ich fühle mich, als würde ich noch im Sitzen auf den Klo ohnmächtig werden. Raus hier!

Die erhoffte Verbesserung bleibt leider aus. Teilweise laufe ich auf dem Bürgersteig, weil hier wenigstens ab und zu Schatten zu finden ist. Mir geht es aber immer schlechter. Richtig übel ist mir, als müsste ich gleich in die Ecke reihern oder einfach nur abklappen. So ungefähr hatte ich mich vor einem Jahr beim Berliner Halbmarathon gefühlt. Und der endete im Krankenhaus. „Nee. In ein Krankenhaus – noch dazu ein französisches – willst du nicht wieder“, dachte ich.

Nach 18,5 km setze ich eine Nachricht an meinen geliebten Support ab, der an der Bastille auf mich wartet : „18,5 km und ich sterbe halb“. Also bleibe ich mal stehen und mache Fotos. Die Begeisterung steht mir ins Gesicht geschrieben. Wie soll ich denn noch 26 km mehr überleben?

Ich habe nicht mehr auf dem Schirm, bei welchem Kilometer ich wieder an der Bastille vorbei komme und das setzt mir weiter zu. Stattdessen kommt der Zielbogen für 21,1 km. Die härtesten meines Lebens. Ich denke ernsthaft, hier ist für mich Schluss. Nochmal dieselbe Strecke in dem Zustand schaffe ich nicht.

Paris Marathon 2016 Semi

Gleich nach diesem Gedanken meldet sich die andere Stimme: „Wenn du jetzt aufgibst, wirst du dich in spätestens zwei Stunden hassen und fragen, ob es nicht doch irgendwie gegangen wäre“. Und ich denke an einen Ratschlag, den ich erst vor einer Woche gelesen hatte: Nur, weil es dir nach 25 km schlecht geht, heißt das nicht, dass es nach 30 noch schlimmer ist.

Ok. Ich schmeiße mein Zeitziel komplett über Bord. Wofür auch der Druck? Hatte ich nicht von Anfang an gesagt, die Zeit ist im Prinzip egal? Hauptsache durchkommen, ein schönes Erlebnis haben, die Stadt genießen und mit schönen Fotos und Videos nach Haus kommen. Dann gehe ich halt ab und zu mal.

Da ist sie endlich, die Bastille, an der ich jetzt nach 23 km von der anderen Seite vorbei komme. Ich setze mein erzwungenstes Lächeln auf, das aber gleich wieder verschwindet, weil direkt vor mir eine Frau meint, ihr Fahrrad durch die Läufermasse schieben und heben zu müssen.

Es gibt wieder Wasser. Juchu! Und zwar nicht nur zum Trinken, sondern vermehrt nun auch in großen Kübeln, in denen ich an jedem Stand bade wie ein Spatz. Kopf, Nacken, Beine… alles nassmachen. Ich sehe aus wie ein begossener Pudel. Aber ein Pudel, der läuft. Weiterläuft. Mein Gehirn habe ich abgeschaltet, kurz nachdem es meinem Körper noch sagen konnte: „Immer einen Fuß vor den anderen setzten. Sonst nichts. Nur einen vor den anderen.“ Auch die Feuerwehr hat Erbarmen mit den Läufern und beschießt diese an ein paar Stellen aus Wasserschläuchen.

Paris Marathon 2016 Wasser marsch

Nun führt die Strecke auch direkt an die Seine herunter. Prima!

Paris Marathon 2016 Ufer

Noch toller finde ich den Autotunnel, durch den wir laufen müssen. An sich klingt Autotunnel jetzt nach nicht wirklich viel Spaß. Aber zum einen bin ich endlich raus aus der Sonne und zum anderen haben sich die Organisatoren was nettes einfallen lassen. Der Tunnel ist dekoriert mit Bildern, wie man sie in einem Spa finden würde. LEDs sorgen für ein schummriges Licht, es riecht nach ätherischen Ölen und aus Lautsprechern ertönt Entspannungsmusik. Das ist doch mal nett. Würde nicht gerade die Ambulanz rechts vorbeibrettern, könnte man das noch mehr genießen.

Als ich aus dem Tunnel rauskomme, kann ich links sogar schon den Eiffelturm sehen. Und ich hab mir eingeprägt, dass wenn ich den passiere, schon fast 30 km vorbei sind. Und die läppischen 12 km werde ich doch wohl noch schaffen. Ab und an sehe ich allerdings auch Läufer am Rand liegen, denen es nicht so rosig geht. Einmal kommt sogar der Rettungsdienst per Boot angefahren.

Ganz viele machen inzwischen wie ich Laufpausen und gehen teilweise sehr viele Schritte. Und so nutze ich auch die Aussicht auf das Türmchen und mache einen kleinen Stopp. Ich bin da nicht die einzige!

Paris Marathon 2016 Tour Eiffel

30 Kilometer sind geschafft. Ich gebe meine Kniebandage ab und die Softflask, die ich mitgenommen hatte, um unterwegs Wasser hinein zu füllen. Dank der kleinen Wasserflaschen brauche ich die ja nicht. Und mein Knie wird jetzt auch nicht mehr anfangen zu zicken. Stattdessen bekomme ich ein kaltes nasses Handtuch gereicht. Im ersten Moment erschließt sich mir die Sinnhaftigkeit nicht, aber dann bin ich sehr dankbar und ziehe wie Rocky mit meinem nassen Handtuch um den Hals von dannen.

Paris Marathon 2016 30 km

Mir geht es inzwischen schon sehr viel besser. Die Übelkeit ist vorbei und ich zwinge mir das fünfte meiner Energiegels hinein. Neben mir sehe ich eine deutsche Teilnehmerin gehen, die mit Zehenschuhen unterwegs ist. Ich frage sie, wie es ihr damit geht. Nicht gut. Hätte sie mal wenigstens vorher damit trainiert. Sie sieht auch nicht glücklich aus. Ich wünsche ihr natürlich trotzdem, dass sie ins Ziel kommt.

Inzwischen genieße ich auch wieder die Anfeuerungsrufe, die Bands und die Läufer vor, hinter und neben mir. Ein paar Kuriositäten gibt es darunter auch zu bewundern. Wie den Herrn im Pappkarton (rechts unten). Als i-Tüpfelchen zieht es jetzt auch noch ein bisschen zu. Danke, Wetter!

Die 35 km-Marke ist erreicht. Nur noch 7 km! Ich gebe dankbar mein inzwischen warmes Handtuch ab und laufe langsam weiter. Jetzt ist ja wohl der Moment, wo der „Mann mit dem Hammer“ kommt. Der hatte mich aber anscheinend schon weit vorher erwischt und nun bin ich ihm weggelaufen. Was stellenweise gar nicht so einfach ist, denn meine Schuhe bleiben nach jedem Verpflegungspunkt dank des nassen Obstsalats auf dem Boden ordentlich kleben.

Die Strecke führt in einen der größten Stadtparks weltweit: dem Bois du Boulogne. Das gibt mir noch mehr Auftrieb. Ein bisschen Natur! Auch wenn die Laufstrecke weiterhin über Asphalt führt, habe ich trotzdem ein wenig das Gefühl von Wald um mich herum. Die Straßen werden ein wenig schmaler, dann wieder vierspurig. Hier sollen eigentlich die Fan-Zones sein, wo die Anfeuerer ihre Lieben auf dem letzten Stück noch begleiten können. Allerdings ist es hier im Vergleich zur Stadt recht leer, was mich aber nicht stört.

Paris Marathon 2016 Bois du Boulogne

Bei Km 37 mache ich meine Musik wieder an, die ich schon nach den ersten 5 km aus Versehen ausgemacht hatte. Die Musik von GTA soll mich ins Ziel begleiten. Es geht abwärts. Zumindest die Straße. Ich gehe, laufe, gehe, laufe. So wie alle anderen auch. Hier ist kaum noch einer, der durchzieht. Die sind alle schon im Ziel!

Der Sponsor TAG Heuer hatte kurz vorher noch einen netten Service vorbereitet: wenn man sich per Facebook verbunden hat, sollte bei Km 41 automatisch ein Foto auf den Account hochgeladen werden. Und da stand es: ein riesiges Gerüst voller Kameras. Das Lächeln war nun nicht mehr ganz so erzwungen. 41 km! Ich bin fast da! Das Hochladen auf Facebook hat im Übrigen tatsächlich instant geklappt.

Paris Marathon 2016 41 km

Ich bin so nah dran, meinen ersten Marathon zu finishen. Vor noch 25 km habe ich daran nicht geglaubt. Aber jetzt, wo ich auf die Zielgerade einbiege, ist es soweit. Das Gefühl kann man nicht beschreiben. Es ist einfach großartig!

Paris Marathon 2016 42 km

Ich laufe durchs Ziel. Entspannt. Entspannter als bei so manchem Halbmarathon. Es war genau richtig, den Druck rauszunehmen. Hätte ich auf Biegen und Brechen mein 4:30 h Tempo durchgezogen, wer weiß, wo und wie ich dann gelandet wäre. Nun stehen 05:04:32 Stunden auf meiner Uhr. Ja, unter 5 wäre drin gewesen. Ohne Anstehen an den Toiletten, ohne Foto- und Videopausen. Wenn schon. Mir geht’s gut. Richtig gut!

Aber wo sind eigentlich die Medaillen? Ich laufe und laufe durch die Zielarena. Alle neben mir haben auch noch keine. Das beruhigt mich. Stattdessen laufen einige mit schrillen grünen Shirts durch die Gegend und ganz vorn sehe ich große Schilder mit Konfektionsgrößen. Ich schlendere bei S vorbei und es gibt tatsächlich ein Finishershirt in S für mich. Dazu ein Regen-/Kälteschutz-Cape.

Paris Marathon 2016 Ziel

Und da sind sie, die goldenen, glänzenden, riesigen Medaillen zur 40. Jubiläumsausgabe des Paris-Marathons. Superstolz lasse ich mir meine umhängen und bewege mich zum Ausgang. Was für ein schöner Tag!

Nach einer kurzen Pause und Review im Gras wird nicht die Metro zurück nach „Hause“ genommen, sondern spaziert. Die 1,5 km gehen noch und sind sicher sinnvoll, um die Muskeln zu lockern. Ein Siegerfoto gibt es am Arc de Triomph und dann geht es über die Champs Elysée heimwärts zur Dusche.

Paris Marathon 2016 Finisher Urkunde

Aber was wäre so ein Marathon ohne hinterher ordentlich was zu futtern? Das süße Restaurant „Chez Barbara“ ist das (erste) Ziel des Abends. Dort lasse ich mir ein Steak Châteaubriant schmecken, so wie die Straße heißt, in der das Studio ist. Steak und Ente können die Franzosen! Danach geht es zu Fuß weiter in die Rue Princesse, wo man gegen „Vorlage“ seiner Medaille Drinks günstiger bekommt. Bei 41.000 Finishern kann man sich vorstellen, wie voll die Bars sind. Also fällt die Wahl auf eine andere, wo es zwar keinen Medaillenrabatt gibt, aber schnell etwas zu essen und zu trinken. Am Ende des Abends steht ein langsamer Abendspaziergang an der Seine, am beleuchteten Eiffelturm vorbei und über die Champs Elysée. Danke, Paris. Es war mir ein unglaubliches Erlebnis, das ich nie vergessen werde!

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16 Comments

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    Reply Sebastian Mittwoch, der 13. April 2016 at 20:10

    Herzlichen Glückwunsch! Du hast meinen Respekt, die komplette Distanz durchgezogen zu haben. Gerade, wenn man weiß, dass die zweite Hälfte sehr lang werden kann, muss man da schon ziemlich willensstark sein. Eine gute Entscheidung, auf Ankommen zu laufen. Denn darum geht’s beim ersten Marathon. Schneller kannst Du immer noch beim nächsten laufen.

    Und zum Thema Wetter: Ich habe letztes Jahr meine Trainingsläufe für den Zugspitz Basetrail XL bei Temperaturen von knapp 30° mit voller Pflichtausrüstung gemacht. Und dann hat es am Rennwochenende am Start einstellige Temperaturen bei Dauerregen gehabt und auf den Bergen hat es geschneit – Mitte Juni. 🙂 Man muss es eben nehmen, wie es kommt.

    • Carola
      Reply Carola Donnerstag, der 14. April 2016 at 09:34

      Lieber Sebastian, danke für den Glückwunsch! Mein Leitspruch ist bei vielen Wettkämpfen: „Ich mach das bis zum Ende. Und wenn ich letzter werde und auf den Zähnen durchs Ziel krieche!“. Bislang hat das Selbstpeinigen geholfen und mich vor einem DNF bewahrt.
      Meine Güte, Training bei 30° ist ja gar nicht mein Ding. Da freu ich mich schon wieder auf den Sommer. Auweia. Als Nicht-früher-Vogel ist es auch schwierig, der Hitze aus dem Weg zu gehen. Aber vielleicht gewöhne ich mich ja mal dran.

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    Reply Martin Donnerstag, der 14. April 2016 at 05:35

    Super. Freut mich, dass du nicht aufgegeben hast. Man sieht auf den Bildern regelrecht, wie du Kilometer um Kilometer mehr mit dir zufrieden bist. Dass die Formkurve am Ende eines Marathons nach oben geht, hat man auch nicht oft. 🙂

    • Carola
      Reply Carola Donnerstag, der 14. April 2016 at 09:35

      Lieber Martin, stimmt. Die meisten gucken mich komisch an, wenn ich sage, dass die zweite Hälfte schöner war. Aber so ist das halt im Leben 🙂 Ich bin auch sehr froh, dass ich nicht aufgegeben habe, sonst hätte ich ja nie erfahren, wie schön die letzten Kilometer sein können!

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    Reply Sandra Donnerstag, der 14. April 2016 at 08:10

    Hallo!
    das ist ein wirklich toller Bericht, der mir Lust macht mich nächstes Jahr zumindest für den HM anzumelden. Ich liebe Paris, meine Stadt in der ich lange gelebt habe und nach diesem schönen Bericht auch Lust habe läuferisch zu erkunden!
    Eine tolle Leistung von Dir weiterzulaufen und nicht nach der HM-Distanz aufzugeben, ich weiß nicht ob ich das durchgezogen hätte. Chapeau!

    • Carola
      Reply Carola Donnerstag, der 14. April 2016 at 09:37

      Liebe Sandra, Du hast tatsächlich in Paris gewohnt? Toll. Dann weißt du ja, wie schön es dort ist. Ja, der Halbmarathon. Ursprünglich wollte ich mich auch für den anmelden. Dann ist es aber doch der ganze geworden. Die paar Kilometer mehr… 🙂 Muss mal schauen, wann der Halbe ist. In Paris kann man nicht oft genug sein.

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    Reply Patrick Donnerstag, der 14. April 2016 at 09:14

    Wow, das hast Du aber mal einen kleinen Bericht hingezimmert 🙂 Sicherlich ein richtig tolles Erlebnis. Nicht nur wegen dem ersten Marathon, zu dem ich Dir herzlichst gratuliere. Das am Ende durchzuziehen, obwohl man die eigenen Erwartungen und Ziele eventuell nicht mehr erreichen kann, ist nicht ganz einfach.

    Meinen Respekt für diese Leistung hast Du. Jetzt gilt es zu regenerieren, Ziele neu definieren und dann anzugreifen, angreifen zur neuen persönlichen Bestzeit 😉

    • Carola
      Reply Carola Donnerstag, der 14. April 2016 at 09:39

      Lieber Patrick, vielen Dank 🙂 Ich bin jetzt (einigermaßen) am Regenerieren, schränke meine Laufaktivitäten auf gemütliche Trainings ein. So richtig durchstarten werde ich vermutlich erst wieder nach dem Mammutmarsch. Ob es diesjahr noch eine Marathonbestzeit geben wird… wahrscheinlich eher nicht, denn der Kalender ist schon voll mit anderen Herausforderungen. Aber 2017! Da wird die 5 fallen. So der Plan.

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    Reply Eric Donnerstag, der 14. April 2016 at 10:06

    Ein toller Bericht und gespickt mit vielen Fotos. Wundervoll.
    Herzlichen Glückwunsch zu deinem Finish. Ich kann jeden deiner Gedankengänge nachvollziehen. Ähnlich ging es mir beim Berlin Marathon letztes Jahr. Gut durchgebissen und gekämpft. Diesen Marathon wirst du nie vergessen. Der erste ist immer was besonderes 🙂

    • Carola
      Reply Carola Donnerstag, der 14. April 2016 at 14:29

      Danke, lieber Eric. Berlin steht dann wohl jetzt auch auf meiner Liste. Sofern ich mich mal dazu durchringen kann, entweder auch bei 30 Grad zu trainieren oder ganz ganz früh im Sommer aufzustehen. Grauslig! Aber das wird wohl erst nächstes Jahr was mit Berlin 🙂 Trotzdem: Paris wird immer meine (Marathon-)Liebe bleiben.

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    Reply Mietze Donnerstag, der 14. April 2016 at 18:30

    Liebe Carola…ein schöner Bericht über deinen ersten Marathon…auch wenn der nicht so lief, wie wir es alle für dich geplant hatten. Ich steh der Immer durchziehen Devise, auch wenns einem mies geht, ja bekannterweise etwas skeptisch gegenüber, aber du hast mir auch etwas Mut gegeben:-)
    Erhol dich gut

    • Carola
      Reply Carola Donnerstag, der 14. April 2016 at 18:35

      Danke liebe Mietze! Es kommt immer alles anders als man denkt. Dafür sorgt Murphy schon 🙂 Aber durch meine Durchzieh-Taktik hab ich gelernt: es muss nicht immer schlimmer werden. Manchmal wird es auch besser. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert bis wirklich gar nichts mehr geht.
      Genau, ich erhol mich übermorgen mit dir beim Biosphärenreservatlauf und Kuchen essen 😀

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    Reply SilberLäufer Sonntag, der 17. April 2016 at 14:30

    Wenn das dein erster Marathon ist, dann Hut ab vor deiner Leistung, liebe Carola, und herzlichen Glückwunsch!
    Dass das erste Finish in so einem Wettbewerb nicht immer wunschgemäß verläuft ist klar. Du lernst ja körperliche und mentale Grenzen kennen, die du nie zuvor erlebt hast. Umso wichtiger war es dass du durchgebissen und dir den Erfolg tapfer erkämpft hast. Ich selbst hatte bei Marathons immer die mentale Vorgabe „ich finishe den Marathon“, das half mir im Kopf doch ziemlich, weil starten kann bald wer …*lacht*!

    Herzliche Grüße aus Kärnten – Reinhard

    • Carola
      Reply Carola Sonntag, der 17. April 2016 at 16:41

      Lieber Reinhard, vielen Dank für die lieben Worte. Mir war dieses Finish auch ganz ganz wichtig! Beim ersten Marathon einknicken war eigentlich keine Option. Ich wollte diese Medaille und damit stolz nach Hause kommen. Und es geht. Auch wenn man es zwischenzeitlich nicht glaubt. Der Wille ist sehr wichtig, wenn es mal nicht so läuft. Ich bin gespannt, wie der zweite läuft. Wo und wann auch immer der sein wird 🙂

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    Reply Markus Dienstag, der 19. April 2016 at 15:46

    Herzlichen Glückwunsch! Weil beim ersten Marathon „nur“ das Ankommen zählt! Was ein Glück, dass Du nicht aufgegeben hast, als es zwischenzeitlich schwer war.

    • Carola
      Reply Carola Dienstag, der 19. April 2016 at 15:48

      Danke, lieber Markus. Du hast völlig recht, das Ankommen zählte. Trotzdem trainiert man ja auf eine Zeit 🙂 Nichtsdestotrotz: ich bin über jede Entscheidung froh, die ich in diesem Rennen getroffen habe. Es waren die richtigen.

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