Trails und Tracks – Was steht an in 2020?

Januar 29, 2020

Looking for the English version? What’s up in 2020


Ein neues Jahr ist angebrochen und nun schon fast einen Monat alt. Zeit, über die Dinge zu philosophieren, die in den nächsten verbleibenden elf Monaten vor mir liegen und auf die ich mich schon wahnsinnig freue. Zugegeben, nach dem großartigen Abenteuer auf dem Arizona Trail und allem, was danach noch folgte, fällt es schwer, das zu übertreffen. Wahrscheinlich ist das so schnell auch nicht möglich, aber die Welt hat noch andere tolle Orte, die unbedingt entdeckt werden wollen. Abenteuer, die erlebt werden wollen.

Florida

Los geht’s in diesem Jahr wie vor zwei Jahren – in Florida. Was für die bessere Hälfte immer ein Besuch bei seinem Kumpel ist, ist für mich die Gelegenheit, in die Sümpfe abzutauchen. Nachdem ich 2018 den Ocean-to-Lake-Trail durchgewandert bin, nehme ich mir diesmal einen Abschnitt auf dem Florida Trail vor. Der National-Trail ist immerhin über 2.000 Kilometer lang. Etliche Kilometer verlaufen jedoch über Asphaltstraßen. Als Section Hiker habe ich aber den Luxus, mir die Passagen auszusuchen, die durch die Wildnis verlaufen.

Fünf Tage habe ich Zeit, durchs palmenreiche Gestrüpp zu tigern. Dabei starte ich direkt am Lake Okeechobee und wandere am herrlich klingenden Kissimmee River entlang. Schon am ersten Tag wartet laut YouTube-Berichten ein über vier Meter langes Alligator-Weibchen in der Nähe des ersten Campspots auf mich. Auf die schuppigen Gesellen freue ich mich besonders. Vielleicht habe ich diesmal auch Glück und sehe endlich ein (lebendiges) Gürteltier.

Schottland

Ebenfalls vor zwei Jahren war ich auf dem rund 160 Kilometer langen West Highland Way in Schottland unterwegs. Diesjahr wird die Strecke etwas länger, denn es geht von der Westküste einmal rüber zur Ostküste. Im Rahmen der The Great Outdoors Challenge  – kurz TGO Challenge – wandern circa 400 wackere Wandersleute zwischen 270 und 350 Kilometern bis zum Zielort in Montrose. Den Startort und die Route kann jedes Team dabei relativ frei wählen.

Für meine von Oban nach Montrose geplante Strecke fallen etwa 320 Kilometer an. Fährfahrten, überwucherte Burgruinen, Distillen und Munros (schottische Berge über 3.000 Fuß, also rund 915 Meter) sind natürlich dabei. Mal sehen, ob auch diese Reise wie vor zwei Jahren ungewohnt sonnig wird.

Ungewisser Herbst

Im September wird ein weiteres (Wander-) Abenteuer anstehen. Welches das sein wird, hängt vom Glück in einer Lotterie ab. Schon letztes Jahr hatte ich zehn mögliche Termine in den Lostopf zur Besteigung des Mount Whitney in Kalifornien geworfen. Der höchste Berg in den USA (außerhalb Alaskas) ist so beliebt, dass ich 2019 leider keine Chance hatte, ihn zu erklimmen. Bei den vorherrschenden Schneemassen Ende Juni war das wahrscheinlich auch ganz gut so, denn ich hatte am anderen Ende der Sierra Nevada schon gut mit meiner Eisaxt zu tun.

Ende März fällt die Entscheidung für die Saison 2020. Sollte ich diesmal mehr Glück haben, geht es also wieder in die östliche Sierra Nevada nach Kalifornien. Falls es wieder nicht klappt… tja, wer weiß. Es gibt so viele Möglichkeiten!

Kleine Abenteuer

Ganz nebenbei geht es dann auch nochmal für kürzere Trips raus in die Natur. Im März wird der Lausitzer Gipfelstürmer wiederholt, bei dem rund 100 Kilometer in zwei Tagen mit vielen qualvollen Höhenmetern geschrubbt werden.

Im Juni werden hoffentlich die letzten Stempel zur Vervollständigung des Harzer Grenzwegs gesammelt. Durch nicht nachlassenden Dauerregen hatten einige von uns im letzten Herbst am dritten Tag den Schwanz eingekniffen und eine nicht minder nasse Route gewählt, die aber die letzten Stempelstellen umgangen hatte.

Kurz danach werde ich (hoffentlich) lernen, mein kleines Packraft durch wildere Gewässer als die Berliner Havel zu manövrieren. In der Nähe von Leipzig werden alljährlich einige Termine für Wildwasserkurse angeboten. Diesjahr war ich sogar mal schnell genug, bevor wieder alles ausgebucht ist.

Auch der Forststeig steht 2020 wieder auf meinem Programm. Diesmal zu viert und über fünf Tage, statt vier. Ich habe schließlich noch ein paar Trekkinggutscheine, die in die Hütten gebracht werden wollen.

 

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