12. Teltowkanal Halbmarathon – Es ist wieder Sommer!

November 10, 2015

Anfang November in Berlin. Es ist kalt, nahe am Gefrierpunkt. Der Himmel ist grau, die Blätter welk und die meisten schon von den Bäumen gefallen. Es regnet, es ist ungemütlich. So stellt man sich einen typischen Tag im November vor.

Ganz anders der 8. November 2015, der Tag des Teltowkanal-Halbmarathons. 15 Grad und Sonnenschein verwöhnte die 1.500 Läufer, die sich im sonst so ruhigen Teltow für die 7.1, 14.1 oder 21.1 km (1-3 Runden) Strecke entlang des Teltowkanals versammelt hatten. Die Frage nach dem heutigen Lauf-Outfit hatte ich mir daher recht schnell beantwortet: kurze Lauftights, kurzärmliges Laufshirt. Im November! Da hatte ich schon im Oktober bei der XLETIX Challenge mehr gefroren.

Teltowkanal-HM trailStart, Ziel und Startunterlagenausgabe fand sich alles in Höhe der Knesebeckbrücke in Teltow. Die zu Wettkampfstrecke war mir bestens bekannt, laufe ich doch bestimmt jede zweite Trainingseinheit hier entlang. Umso gespannter war ich darauf, wie sich hunderte von Läufern über den wurzelig-waldigen Abschnitt winden, der nach der Kehrtwende auf der Brücke Höhe Wismarer Straße wieder zurück zum Ziel führt. Das roch nach Gänsemarsch.

Um 10.30 Uhr setzte sich das Feld über alle Distanzen in Bewegung. Eine kleine Schleife lang ging es noch Richtung Teltow hinein, dann aber schnurgerade auf dem Berliner Mauerweg nach Lichterfelde. Gerade auf den ersten Kilometern fühlte ich mich sehr an Rennsteiglauf erinnert. Wegbreite und Füllstand passten.  Überholen war nur bedingt möglich, da links vom Mauerweg einem Bäume entgegenkommen und man rechts in den Sumpf fällt.  Kurz vor der Kehrtwende auf der Brücke zog sich die Masse soweit auseinander, dass genug Platz zum Entfalten war.

Auf der Rücktour konnte man nur auf verständige, sportliche Mitstreiter hoffen, die Platz machten, sobaldTeltowkanal-HM Carola Keßler man sich von hinten als schneller entpuppte. Aufgereiht wie Perlen auf dem Schnürchchen liefen die Wettkämpfer alle hintereinander auf dem singletrailähnlichen Pfad direkt am Kanalwasser entlang. Leider gab es aber auch immer wieder Sportsfreunde, die dachten, sie seien beim Autorennen und müssten in der Kurve dicht machen. So unsportlich das Verhalten manch eines Laufkamerades, so gut war die Vorbereitung auf der Strecke. Alle potentiellen Stolperfallen wie Steine, Wurzeln und Wegschäden waren wie im Vorjahr mit neonleuchtender Sprühfarbe markiert.

Hinüber ging es über die kleine Holzbrücke am Stichkanal. Von dort aus war es nicht mehr weit zum Ziel. Tatsächlich kamen den hunderten Läufern ab und an auf dem schmalen Stück auch Läufer entgegen, die anscheinend verplant hatten, dass heute, hier und jetzt der Teltowkanal-Halbmarathon stattfand. Geisterläufer 🙂

Auf die Brücke zum Zielbogen hinauf hüpfte ich über die Steintreppe, nahm gleich jeweils zwei Stufen auf einmal und überholte auf den gerade mal drei Metern bestimmt vier Läufer. Schön, wenn man die Strecke so gut kennt.


39:39 Minuten steht auf meiner Urkunde. Passt. Dafür dass ich so am Start so getrödelt hab, kein Zeitziel hatte und die Strecke mit Läufern verstopft war, ist das eine schöne Zeit. Wenn ich mal eine gute Zeit hier erreichen will, muss ich eben rechtzeitig ganz vorne stehen. Leider gab es keine Medaille. Das wusste ich zwar schon vorher, aber irgendwie kommt man sich doch nackt vor, wenn man über die Ziellinie läuft und der – für mich – feierliche Akt des Medailleüberreichens fehlt.

Wenn es passt, bin ich nächstes Jahr gern wieder dabei – auf meiner Heimstrecke.

Quelle: runtastic, Open Street Map

Quelle: runtastic, Open Street Map

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5 Comments

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    Reply Mietze Dienstag, der 10. November 2015 at 20:34

    keine Medaille, keine Mietze! So einfach ist das:D

    • Carola
      Reply Carola Mittwoch, der 11. November 2015 at 06:44

      Ja, schade ist das. Dabei wäre ich ja auch durchaus bereit, n Fünfer mehr dafür zu bezahlen. Bin ich halt um die Ehre gerannt 🙂

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    Reply Din Montag, der 16. November 2015 at 09:02

    Für mich ein immer wieder schöner Lauf, der nach vier Jahren leider nicht im Programm stand, weil ich krank war. Zu schade. Wenngleich ich auch immer die Medaillen vermissen, finde ich den Lauf an sich tip top.

    • Carola
      Reply Carola Montag, der 16. November 2015 at 09:19

      Der Lauf ist großartig! Ich weiß gar nicht, warum ich mich letztes Jahr nicht angemeldet hatte. Ein tolles Event auf meiner Heimstrecke. Dann freuen wir uns beide auf das nächste Jahr!

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    Reply Marek Mittwoch, der 25. November 2015 at 17:58

    Wirklich ein schöner Lauf, der allerdings an die Kapazitätsgrenzen kommt. Die Strecke gibt soviele Teilnehmer einfach nicht her. Den Schnelleren stellt sich das Problem zwar erst auf der 3. Runde (wenn man denn den HM läuft), aber, wie du schön beschrieben hast, es gibt immer einige Experten, die nichts von sportlich fairem Verhalten verstehen (wollen). Eine Bestzeitstrecke ist das auch aus diesem Grunde nicht. Sehr gut gefällt mir die Moderation und der schöne Rahmen der Siegerehrung im großen Zelt. Auf so einen Quatsch wie den zusätzlichen Staffelwettbewerb sollte man doch aber bitte verzichten. Und ja – die Medaille fehlt natürlich auch!

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