Fläming-Skate RK 6: Die Feuerwehr grillt!

Mai 22, 2016

RK6 - Titel

In der letzten Saison hatte ich schon einige Rundkurse auf dem Fläming-Skate getestet. Zweimal war ich den 42 km langen Rundkurs 4 gefahren, einmal den kleinsten, Rundkurs 3, und zu Himmelfahrt die ganz große Runde, den Rundkurs 1. Diesjahr zu Himmelfahrt wollte ich den Männerfeiertag wieder dort verbringen. Wohl wissend, dass die Feuerwehr in Hohenseefeld im Vorjahr ein großes Grillfest veranstaltet hatte, wählte ich den Rundkurs 6 aus. Denn der führt durch diesen Ort, ohne dass ich wieder auf die ganz große Runde gehen musste.

Der Rundkurs 6 liegt am südlichen Ende des Fläming-Skate, daher konnte ich diesmal nicht wie gewohnt in Jüterbog parken. Auf der Karte schaute ich mir eine passende Parkgelegenheit an und fand sie in Wahlsdorf am Freibad. Die Anfahrt war an diesen Tag recht abenteuerlich, da die Landstraßen teilweise von Treckern beladen mit fröhlich feiernden Herren ein Vorankommen stark verlangsamten. Damit muss man am Herrentag einfach rechnen. Trotzdem kam ich auf den sonst leeren Straßen gut voran und fand auch gleich zum Freibad. Parkmöglichkeiten gab es genug.

RK6 - Parkplatz Wahlsdorf

Schnell die Schützer übergezogen, Proviant gepackt, Rucksack geschultert (der im Übrigen farblich bestens zu meinen neuen Skates passt) und los ging es bei bestem Wetter. Ich entschied mich dazu, den Kurs im Uhrzeigersinn zu fahren, um Hohenseefeld mit dem mutmaßlichen Grillfest erst kurz vor dem Ende zu haben. Mit vollem Magen sonst noch 40 km fahren? Nee, der Schuss würde nach hinten losgehen!

Gleich nach ein paar hundert Metern verteilen sich die Kurse in verschiedene Richtungen. Für mich ging es heute nach links weiter, Richtung Schlenzer.

RK6 - Wegweise

Mitte Mai blühen nicht nur die Bäume wunderschön. Auch die zahlreichen Rapsfelder strahlen in hellem Gelb in der Landschaft. Ein Fest für die Augen, vor allem, wenn die Sonne alles noch so wunderbar beleuchtet.

Und dann, als ich gerade so geblendet war von der Schönheit der Natur, kam er: der erste Berg. Und zwar ein richtiger! Wer schon mal mit Skates bergauf gefahren ist, weiß, wie unsäglich viel Spaß das macht: nämlich gar keinen.  Ächzend und fluchend kämpfte ich mich den Berg hoch. Ein wenig verhöhnend kam mir das Schild schon vor, das mich da ganz oben erwartete: Bergdorf Schlenzer. Ach was!

Ein bisschen höher wäre es schon noch gegangen, zu einer Gaststätte namens „Am Berg“. Zum Glück führte die Strecke aber nicht da lang. Getreu nach dem Motto „What goes up, must come down“ fing kurz nach verlassen des Ortes ein ordentliches Gefälle an. Weil ich diesjahr zum ersten Mal auf Skates unterwegs war (ja, natürlich müssen es dann gleich 50 km werden), ließ ich mich nicht einfach rollen, sondern drückte auf die Bremse. Zudem kam mir unten eine Familie entgegen, die ich ungern als Bremsklotz benutzen wollte.

Witzig fand ich dann auch das Warnschild mit dem Skater drauf. Wo genau sollten denn hier die Skater herkommen? Aus dem Wald? Oder wen sollte das Schild vor Skatern warnen? Hier war doch sonst niemand?

Nach etwa 11 km landete ich im Dörfchen Fröhden und erfreute mich an der Silhoutte eines T-Rex. Wofür auch immer der hier stand, er machte Eindruck. Allerdings machte ich noch viel mehr Eindruck bei den Ausflüglern, indem ich versuchte, ein Knutsch-Selfie hinzukriegen.

Weiter ging es. Entlang glühender, blühender Rapsfelder und kontrastreichem Grün. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, wie immer nach etwa 10 km eine Pause zu machen. Aber irgendwie beflügelte das gute Wetter und Aussicht. Auch wenn ich das Gefühl hatte, es ginge immer bergauf.

18 km nach dem Start in Wahlsdorf wollte ich dann aber doch mal verschnaufen. Genau an der Stelle, wo ich bereits zweimal im letzten Jahr pausiert hatte. Der Rundkurs 6, auf dem ich heute unterwegs war, überschnitt sich an einem  kleinen Teilstück mit dem Rundkurs 4. Daher kam mir das Stück auch so bekannt vor. Diesmal fuhr ich es nur anders herum. Seltsam, wie anders die Dinge aussehen, wenn man die Richtung einfach mal umdreht.

Nach etwa 20 km trennt sich der Rundkurs 6 dann wieder vom 4er. Dann geht es weiter entlang der Felder und kleinen Dörfchen. An einem Punkt, nach etwas weniger als 24 km, überquert der Kurs dann die Dorfstraße in Langenlipsdorf. Der Ort hat einige Straßen. Bizarrerweise heißen die alle Dorfstraße. Wie auch immer. An diesem Punkt ist Obacht angesagt, denn wenn man so verträumt ist wie ich den Tag, fährt man automatisch geradeaus und landet – richtig – auf dem Feld. Eigentlich geht’s aber rechts lang.

RK6 - Panorama

Und als hätte ich es nicht geahnt, stehe ich schon wieder vor einem Berg. Nicht, dass es mal merklich hinunter gegangen wäre seit Schlenzer. Steigung hier, Steigung da. Auf die Dauer und zum Saisonbeginn ganz schön anstrengend. Auf dem Berg angekommen, empfängt einen aber wenigstens ein toll hergerichteter Rastplatz.

Sobald man dann das Örtchen Körbitz passiert hat, geht es immer geradeaus. Natürlich mit einer sanften, aber spürbaren Steigung. In meinem Fall hatte ich an dem Tag auch noch ordentlich Gegenwind. Die mir entgegen kommenden Skater und Radfahrer hatte immer einen mitleidigen Blick auf Lager, so sehr keuchte ich. Ein paarmal bin ich auch einfach fluchend stehen geblieben. 12 km bis zur nächsten Biegung, weg vom Gegenwind. Mannometer!

RK6 - Straße kreutz

Ein wenig Linderung brachte ein Waldstück bei Reinsdorf. Ein altes Holzschild lud nach links folgend zum „Doppeldeckerwirt“ beim Flugplatz Reinsdorf ein. Da aber genau an der Kreuzung auch ein Rastplatz war und ich auf das Grillfest in ca. 9 km weiter hoffte, machte ich nur eine kleine Verschnaufpause am Rastplatz. Ansonsten ist der „Dopppeldeckerwirt“ sicher eine gute Gelegenheit zum Einkehren und Flugzeuge gucken.

Weit durfte es ja an sich nicht mehr sein bis Hohenseefeld. Ich sehnte ja so ein Radler herbei. Und ein leckeres Steak. Und Kuchen. Die Aussicht darauf ließ mich zumindest ein bisschen weniger darüber grummeln, dass es mir schon wieder windig entgegen schlug, als ich aus dem Wald heraus kam. Hinter mir kam auf einmal ein Trecker mit Party-Herren gefahren. Ich machte ihm Platz und bekam die Einladung, doch mitzufahren. Zumindest einen kurzen Moment hatte ich darüber nachgedacht, mich einfach hinten dran zu hängen und ziehen zu lassen. Stattdessen ließ ich den Trecker von dannen ziehen. Überhaupt muss man sich am Herrentag als einzelne Skaterin auf dem Fläming-Skate keine Gedanken, zu verhungern, zu verdursten oder vor Einsamkeit zu sterben. Schnaps, Bier und Bekanntschaften hätte ich an dem Tag genug haben können.

Und dann, nach etwa 39 km Fahrtweg, waren sie in Sicht, die erlösenden Worte: „Party, Bier, Grill!“ Nur noch zwei Ecken und dann war sie da, die rettende Feuerwehr. Ich schmiss meinen Rucksack auf eine der Bänke, bat den dort sitzenden Herren, ein bisschen darauf aufzupassen und machte mich an die Besorgungen für mein leibliches Wohl. Ein großes Radler mit deutlich mehr Sprite als Bier, ein gegrilltes Nackensteak und ein Stück Rhabarberkuchen. Alles zusammen für 5,50 €. Was will man mehr? Zum Glück war es diesjahr schön warm und sonnig, so dass ich in der Pause nicht auskühlte und alles genießen konnte.

Nach einer dreiviertel Stunde Pause machte ich mich dann an den Endspurt. Und auch der ging gefühlt immer bergauf. Das allerletzte Stück kurz vor Wahlsdorf verlief schnurgerade entlang einer Allee. Rechts Bäume, links Büsche. Ewig lang. Nachdem ich dort raus war, musste ich mir das nochmal von hinten ansehen.

RK6 - Endstück vor Wahlsdorf

Danach fiel ich aber quasi auch schon über mein Auto. Fast 50 km standen am Ende auf meiner GPS-Uhr. Ein wenig mehr, als die Strecke offiziell haben soll. Von den Höhenmetern mal ganz zu schweigen. Ich denke, nächstes Mal werde ich die Route einfach andersherum fahren. Sollte sie dann immer noch nur bergauf gehen, hab ich wohl einen Knall 🙂

Die Wiese am Freibad lädt im Übrigen nach getaner „Arbeit“ noch wunderbar zum Relaxen ein, bevor man die Heimreis antritt.

RK6 - Chillen auf der Wiese

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1 Comment

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    Reply Claudius Montag, der 23. Mai 2016 at 12:22

    Klingt nach einem sehr entspannten Ausflug :-). Hab den FlamingSkate mal ganz groß auf meine toDo Liste für 2016 geschrieben …. mir als „Ortsunkundigem“ fehlt jetzt nur noch ein Hotelvorschlag … die angesprochenen 42 km klingen machbar (so mit Chariot und Frau :-)))) ). Auf jeden Fall toller Beitrag der Lust aufs Skaten macht.
    Bist du schonmal den Marathon einen Tag vor dem Berlin Marathon geskatet?

    Viele Grüße

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