Mammutmarsch 2015 – Bericht von Thomas

…um es kurz zu machen, hab ich ohne nennenswertes Training die 100 km geschafft.
Zu meiner körperlichen Verfassung: ich gehe regelmäßig Laufen und Bouldern.

Vielleicht kann mein kleiner Erfahrungstext dem einen oder anderen eine Vorstellung vermitteln, was man beim Mammutmarsch zu erwarten hat.

Ich hatte 2015 den Mammutmarsch mitgemacht und um es kurz zu machen, hab ich ohne nennenswertes Training die 100 km geschafft.
Zu meiner körperlichen Verfassung: ich gehe regelmäßig Laufen und Bouldern.
Aber Ihr habt schon Recht, wenn es immer wieder heisst, ab 40km wird es hässlich.
Die Gelenke beginnen zu schmerzen und ab 60 km versucht man nicht mehr unnötig stehen zu bleiben, da nach 30 Sekunden Stillstand man erst schwer und auch schmerzlich wieder in die Gänge kommt. Die größte Hürde ist die Psyche, wie weit geh ich mit mir selber? Wer viel wiegt, dessen Gelenke haben mehr zu arbeiten – ich traf zum Schluss viele Leute, die sich mit Schmerzmitteln zugedröhnt haben – der eine oder andere war sogar auf Speed – aber muss ja jeder selber wissen – Marihuana wird aber die bessere Wanderdroge bleiben – hab ich gehört.

Motivation: wird immer wichtiger, und das sind alle “Mitwanderer” – ob bekannt oder unbekannt. Alleine diese 100km-aktion schweisst ab 60 oder 70 km alle Beteiligten zusammen, ob Wanderer oder die Helfer auf den Streckenposten.
Viele haben eh ihre Gruppe verloren, weil immer mal jemand abbricht – was keine Schande ist wohlgemerkt.
Aber ich bin halt alleine gestartet und habe viele Leute kennengelernt, zu einigen habe ich heute immer noch Kontakt

Die Schuhe: müssen leicht und bequem sein und genug Platz für eine doppelte Sockenlage bieten.
Mein Wanderschuh ist ein leichter Wanderschuh mit GoreTex von Salomon – unglaublich hässlich anzusehen aber unglaublich bequem – mit Söckling und grosser Wanderschuhsocke darüber, hatte ich nicht eine einzige Blase gehabt – meine Zehen waren etwas blutig und die Füsse “sehr sehr sehr” aufgeweicht aber ich zog die Schuhe nicht einmal aus – was ich dieses Jahr versuchen werde zu ändern.

Nachtwanderung: ich bin Berufsbartender und deshalb ist die Nacht mein Element – klarer Vorteil – mein Biorhythmus geht ab 21 Uhr nach oben

Ernährung: ich habe viel zu viel Essen mit mir rumgeschleppt, was ich ab der Hälfte weggeworfen habe, ich trug fast 2 Kilo Essen mit mir rum – Wasser nicht mitgerechnet – bei den Streckenposten deckt man sich mit Schokoriegeln und Bananan ein. Die Vorbereitung sollte eher eine Energievorsorge sein: Eine Woche davor viel, regelmässig und gut Essen, um mit 150 % aufgefüllter Energiereserven zu starten. Ausgeschlafen zu sein, ist ein enormer Vorteil. Während des 100km – Marsches gibt man sich nur noch schnelle Energie in Form von Würstchen, Käse, Schokolade (am besten mit Nüssen). Wer sich mit Dosenravioli, Kocher und Dönerteller abschleppen will, der soll es tun aber machen wir uns nichts vor, Energie muss schnell verfügbar sein. Ich empfand selbst ein Pausenbrot zu schwer für meinen Magen.

Trinken: 1,5 – 2 L Wasser, zu Beginn vielleicht ein Bier und dann sollte auch Schluss sein mit dem Alkohol 🙂 – Eine Thermoskanne mit Kaffee wird ab 2 Uhr morgens hoch gehandelt – absoluter Luxus, der Neider anzieht, wie das Licht die Motten

Klamotten: eine Hose, die nicht an den Beinen scheuert – ich hatte meine elastische und leichte Boulderhose an – eine Softshelljacke und ein Shirt darunter – im Mai wird es nicht mehr so kalt sein – ein Regenponcho ist sehr wichtig, wenn es regnet, was 2015 nicht der Fall war. Also atmungsaktiv, leicht, warm, wind- und wasserabweisend.
Eine Mütze hält nicht nur warm, sie polstert auch die Stirn beim Gebrauch der Stirnlampe.

Ansonsten ist das entscheidende, der Spass. Ohne Spass an der Sache, sollte man es nicht tun – eine Hausnummer ist diese Herausforderung schon. Wir meinten im Ziel, dass wir das nie wieder machen werden – mit Nachdruck…. Aber wie es nun mal ist, wenn man sich die Wunden geleckt hat.
Man lernt sich definitiv nur dann mehr kennen, wenn man bereit ist seine Grenzen neu zu stecken – man wundert sich, wie weit man doch noch laufen kann, selbst wenn der Körper schon gekündigt hat.

Lieben Gruß an alle und ich wünsch euch viel Spass!

PS: Eine High-Tech-Equipementschlacht ist überflüssig – es ist kein alpines Gelände und in diesem Sinne:
“Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld” 🙂