„Warum (zur Hölle) läufst du eigentlich“ – gute Frage, Eddy!

Januar 15, 2017

Im Rahmen von Eddys Blogparade hat er uns herumrennenden Bloggern ein paar Fragen gestellt, die ich hier gern beantworte. Es ist immer wieder auch interessant, sich diese Fragen selbst zu beantworten. Oftmals fallen mir dann immer Dinge ein, die mich wieder motivieren, weiterzumachen – vor allem, wenn gerade die Winterflaute Hochkonjunktur hat. Und vielleicht motiviert das den einen oder anderen von euch auch.

Warum läufst Du?

Die Frage lässt sich nicht mit einem Satz beantworten, denn das „Warum“ hat sich im Laufe der Jahre entwickelt. Zu Beginn meiner „Laufkarriere“ war der Laufsport nur das Mittel zum Zweck. Und der Zweck? Das war das Loswerden überflüssiger Pfunde, um endlich wieder in Klamotten zu passen, in denen ich mich wohlfühle. Als Sportart mit einem der höchsten Kalorienverbräuche habe ich mir vor ein paar Jahren murrend Laufschuhe angezogen und bin über die Wege und Pfade meiner damals noch sehr eng gesteckten Gegend gekeucht. Mit sehr viel Schimpfen und Fluchen hat sich dieses „Warum“ zum Glück irgendwann verflüchtigt…zusammen mit den Pfunden.

Eddys Blogparade vorher_nachher

Seitdem es leicht(er) läuft und sich der Radius meiner Strecken ordentlich ausgedehnt hat, gibt es vor allem folgende Gründe für mich, in meine Laufschuhe zu schlüpfen:

  • Die Natur genießen
  • Von der Arbeit abschalten
  • Mir (natürlich) meinen Speck verdienen und damit die drohenden Pfunde dauerhaft fernhalten
  • Medaillen und neue tolle Erfahrungen bei Wettkämpfen sammeln

Seit wann läufst Du?

Vor etwa 5 Jahren habe ich angefangen zu kriechen, seit etwa 4 ½ Jahren laufe ich wirklich.

Was sind Deine Rekorde?

Mein schnellster Lauf anhand der Durchschnittspace gemessen war dann wohl der AVON Frauenlauf 2014 mit 4:49 min/km und einer Gesamtzeit von 24:07 Minuten auf 5 km. Sicherlich für einige, die das und schneller über die Marathondistanz laufen, lächerlich. Aber dennoch war ich als 55. Von über 3.500 Frauen ins Ziel gegangen. Das reicht mir.

avon_me

Mein längster Lauf ist und blieb bislang mein erster Marathon, den ich 2016 in Paris lief. Der Supermarathon auf dem Rennsteig juckt mich zwar, aber bevor ich den angehe, muss ich erstmal entspannt(er) den einen oder anderen Marathon gelaufen sein.

Die meisten Verpflegungspunkte habe ich sicherlich beim Spreewald-Marathon besucht und den meisten Glühwein beim Frostwiesenlauf getrunken.

Was ist Dein allerschönstes Lauf-Erlebnis?

Eigentlich ist jeder Lauf ein schönes Erlebnis… nein. Das wäre gelogen. Es gibt durchaus Tage, an denen man sich durchs Training quält. Und warum? Um dann wieder neue und dafür schöne Lauferlebnisse genießen zu können.

Mein persönliches Highlight? Eigentlich gibt es zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dazu gehört natürlich der erste gefinishte Marathon. Auch wenn die erste Hälfte mehr als unglücklich lief und ich eigentlich nach 20 km aussteigen wollte, bin ich umso stolzer, mich durchgebissen zu haben. Die Atmosphäre und mein unbändiger Wille, diese eine Medaille um den Hals gehängt zu bekommen, haben mich am Ende Kilometer für Kilometer zum Ziel getragen und zum Marathoni gemacht.

Den Traum, einmal im Disneyland laufen zu können, habe ich mir ebenfalls in 2016 erfüllt. Und zwar beim allerersten Halbmarathon im Disneyland Paris überhaupt. Mit anderen Laufwettkämpfen hat dieses Event eigentlich nur gemeinsam, dass man eben läuft. Für die meisten rückt der Wettkampfgedanke aber völlig in den Hintergrund. Viel wichtiger ist es, die Umgebung aufzusaugen, wenn der Themenpark noch für die Besucher gesperrt ist. Mit Captain America, Mickey und Donald, Darth Vader und Cinderella auf einem Foto abgelichtet zu sein, für das man während des laufenden Wettkampfes angestanden hat. Tausende kostümierte Disneyfans laufen mit dir durch die kunterbunte Welt und am Ende bekommst du deinen eigenen Goldschatz um den Hals gehängt. Priceless! (na gut, nicht ganz. Leider sind die Disney-Events recht kostspielig, aber es lohnt sich. Vor allem, da Paris etwa ein Drittel von dem kostet, was in den USA verlangt wird).

Welche Frage habe ich vergessen?

Na, klar: die Zukunft! Alle Fragen zielen ja mehr auf vergangene Ereignisse. Aber wie sieht die weitere Planung aus? Mehr Wettkämpfe? Längere Distanzen? Gar Ultralauf?

Ehrlich gesagt, so richtig weiß ich das noch nicht. In jedem Fall möchte ich noch den einen oder anderen Marathon laufen, auch wenn ich merke, wie zeitintensiv das Training ist. Freunde und Familie müssen darunter schon leiden und das will ich nicht auf Dauer. Vom Training für einen Ultralauf ganz abgesehen. Aber sag niemals nie!

Einige Laufveranstaltungen habe ich aber doch auf meiner „Irgendwann mal-Liste“. Dazu gehört der Halbmarathon in Moab, bei dem man 21,1 km entlang des Colorado-Rivers läuft. Im Sektor „Hindernisläufe“ möchte ich mir mit zehn erfolgreichen Teilnahmen die XLETIX-Medaille verdienen, die es auch tatsächlich erst nach 10 Teilnahmen gibt.

XLETIX Berlin City Eisbecken 2015

Das wichtigste ist und bleibt aber, den Spaß am Laufen beizubehalten. Gesund zu bleiben und mich daran zu erfreuen, dass ich diesen Sport hoffentlich noch lange ausüben kann. Denn darüber erlange ich persönlich ein hohes Maß an Ausgeglichenheit, erfreue mich an der Natur und habe sehr liebe Menschen kennengelernt, die mich auch heute noch aktiv begleiten.

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8 Comments

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    Reply Eddy Sonntag, der 15. Januar 2017 at 18:54

    Vielen lieben Dank fürs Mitmachen bei meiner ersten Blogparade! Den Rennsteig musst Du unbedingt auf Deine ToDo-Liste setzen: Du wirst ihn lieben! 😉

    • Carola
      Reply Carola Sonntag, der 15. Januar 2017 at 20:07

      Der Rennsteig ist wirklich grandios. Bislang hab ich mich ja nur an die Baby-Distanz – den HM – getraut. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend und die Knochen noch jung. Ein wenig. Mittelalt. Also noch nicht Methusalem…

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        Reply Markus Montag, der 16. Januar 2017 at 14:58

        Hey Caro!
        Der Rennsteig schwebt mir auch noch vor – vielleicht sollten wir uns für irgendwann in den nächsten 8-13 Jahren dort verabreden 🙂
        Weiter so,
        Markus

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          Reply Patrick Montag, der 23. Januar 2017 at 15:49

          Unbedingt machen! Wenn es zeitlich bei mir mal wieder passen würde, wäre ich direkt an Eurer Seite.
          Spannende Fragen und tolle Antworten 🙂

          Lg

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    Reply Julius Sonntag, der 15. Januar 2017 at 23:17

    Du schreibst wirklich nett, also fröhlich, amüsant, macht Spaß zu lesen :). Auch visuell finde ich deinen Blog sehr gelungen (gute Fotos). A propos: Auf dem rechten Bild da oben siehst du nicht nur dünner aus (hätte gar nicht sein müssen, finde ich) sondern auch 10 Jahre jünger! Viel Spaß beim Weiterschreiben-ich freu‘ mich aufs Weiterlesen… 🙂

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      Reply Laufhannes Donnerstag, der 1. Juni 2017 at 20:30

      Als ich die Caro zum ersten Mal gesehen hab, konnte ich auch nicht glauben, wie ALT die schon ist … 🙂

      • Carola
        Reply Carola Mittwoch, der 21. Juni 2017 at 09:20

        Die hält sich nur so gut, weil sie ständig vom Lagerfeuer geräuchert wird 😀

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    Reply Claudi Sonntag, der 19. Februar 2017 at 10:51

    Guter Hinweis mit dem Disneyland in Paris und den Läufen dort. Ich wollte so einen Disneylauf schon immer mal machen, aber dafür extra in die USA? An Paris hatte ich dabei überhaupt nicht gedacht!
    Die Blogparade hat sich also schon voll rentiert. 🙂
    viele Grüße

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